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Implementierung der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 zur Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in Liechtenstein/EWR

Die Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 regelt und homologisiert die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln in der EU. Kürzlich wurde ich auf einen Zeitungsartikel hingewiesen, in dem es um die Implementierung der EG/1107/2009 in Liechtenstein/EWR und der potentiell entstehenden Bearbeitungsgebühren und Verwaltungskosten ging. Ich arbeite in der Zulassung von Agrochemikalien und kenne diese Verordnung sehr gut.

Ziel der Verordnung EG/1107/2009 ist, das Verfahren zur Zulassung transparent zu gestalten und die Sicherheit der Pestizide für Mensch und Umwelt zu gewährleisten. Das zentrale Organ für die Risiko Beurteilung («hier sind die Gefahren») ist die EFSA (European Food Safety Authority) mit Sitz in Parma, das Risiko Management («wieviel Risiko akzeptieren wir») liegt bei der Commission in Brüssel. Das EU Parlament hat ein Veto Recht. Die Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 ist seit 14. Juni 2011 in Kraft und gibt den Mitgliedsstaaten keinen Freiraum für Interpretationen, im Gegensatz zur davor geltenden Direktive 91/414/EC. Die Daten Anforderungen für die Zulassung einer Substanz wurden enorm verschärft, unter anderem wurde der Schutz der Eigentümerrechte der Daten stark eingeschränkt. Tierversuche an bekannten Substanzen sind verboten.

Um den Prozess einer Zulassung kurz zu umschreiben: der Antragssteller (kann eine Firma oder ein Konglomerat von Firmen sein) reicht ein sogennantes Annex-II Dossier ein, um die Zulassung für einen Inhaltsstoff zu erhalten, d.h. dass der Stoff in die Annex-I Liste als «approved» aufgenommen wird. Die entsprechende Datenbank zu allen Molekülen findet man hier: EU Pesticides database. Eine Zulassung berechtigt den Antragssteller, Produkte, die dieses Molekül enthalten, auf den Markt zu bringen («right for marketing»). Ein Annex-II Dossier beinhaltet Daten zu den Bereichen: physikalische/chemische Eigenschaften, analytische Methoden, Toxikologie, Metabolismus und Rückstände, Umwelteigenschaften in Boden/Wasser/Luft, Ökotoxikologie und Wirksamkeit. Die Entwicklung eines neuen Pestizids kostet ca. 200 Mio USD, ein entsprechendes Annex-II Dossier (diese sind bei der EFSA öffentlich zugänglich: RMS assessment reports) kann leicht einige 1000 Seiten umfassen. Produkt Dossiers (Annex-III) beziehen sich auf die Daten im Annex-II Dossier und werden im dRR (draft Registration Report) Format geschrieben, diese sind in der Regel weniger umfangreich:

Daten Anforderungen für ein Annex-II Dossier: Verordnung (EG) Nr. 283/2013

Daten Anforderungen für ein Annex-III Dossier: Verordnung (EG) Nr. 284/2013

Nun frage ich mich, warum sich Liechtenstein über die Bearbeitungsgebühren von solchen Dossiers Gedanken macht. Ein entsprechender Antrag betreffend die Abänderung des Gesetzes über die Verkehrsfähigkeit von Waren findet sich hier. Was soll mit einer Aufstockung von 250‘000 CHF auf 400‘000 CHF erreicht werden? Abschreckung für die juristische Person, die ein Dossier bei liechtensteinischen Behörden einreichen will? Wenn ein Annex-II Dossier je in Liechtenstein eingereicht werden sollte, dann weiss ich, dass dieser höhere Ansatz niemals ausreichen wird, und dass vor Ort keine Kapazitäten zur Bearbeitung vorhanden sind. Aber warum soll eine grosse Firma in diesem Geschäft überhaupt auf die Idee kommen, ein Dossier in Liechtenstein einzureichen – im Wissen, dass sie dort keine kompetenten Ansprechpartner finden?

Ich weiss, dass das Thema Pestizide extrem heikel und politisch gefärbt ist. Ich halte die EU Richtlinien für die Zulassung von Pflanzenschutzmitteln für sehr notwendig im Sinne einer Vereinheitlichung und Kontrolle, v.a. die Leute bei der EFSA haben einen guten Job gemacht. Die Schweiz übernimmt die Empfehlungen der EU zu 100%. Wir leben in der Zeit von internationalem Handel.

Nach Einführung der ersten Anstrengung der Regulierung unter der Direktive 91/414/EC (in Kraft seit 25 July 1993) blieben gerade noch 26% der aktiven Substanzen auf dem Markt. Die Hersteller wussten um die Giftigkeit alter Substanzen und haben kein Geld für eine Neuzulassung investiert. Der Druck war gross und löste einen Innovationsschub zu besser geprüften und sicheren Substanzen aus. Mit der Einführung der Verordnung (EG) Nr. 1107/2009 wurde die Zulassung weiter verschärft. Neue Daten werden verlangt, die aktuellen Brennpunkte liegen hier:

  1. ED – Endocrine Disruptor: beeinflussen Substanzen das hormonelle System von Mensch und Tier (Beispiel: Geschlechtsänderungen bei Fröschen und Fischen durch kupferhaltige Anstriche als Verfaulungsschutz bei Schiffen). Diese Substanzen wirken in extrem geringen Konzentrationen.
  2. RA – Dietary Risk Assessment: Mit Verordnung Nr. 1107/2009 und der Verordnung Nr. MRL 396/2005 (MRL = Maximale Rückstands Limite auf Lebensmitteln) wird vorgeschrieben, dass dass die Exposition auch kumulativ (Moleküle, die Schaden an denselben Organen verursachen; gemeinsame Metaboliten) und aggregat (Exposition durch den Gebrauch von einem Molekül als Pestizid und Biozid) evaliert und abgesichert werden muss. Ich bin hier involviert und in Kontakt mit EFSA und RIVM (National Institute for Public Health, Holland), wo die Gruppe um Jakob van Klaveren ein online software Tool für probabilistisches Risk Assessment entwickelt (Monte Carlo Risk Assessment – MCRA).
  3. TTC – Toxicological Threashold Concept: Metaboliten (Abbauprodukte) werden mit QSAR (quantitative structural activity relationship) abgeklaert, es gibt freie software bei der OECD.
  4. Stereoisomere – Die meisten aktiven Moleküle bestehen aus Stereoisomeren. Was passiert beim Metabolismus, wird ein Isomer vielleicht unterschiedlich abgebaut, gibt es unterschiedliche Metaboliten? Sind diese toxikologisch getrennt zu behandeln?
  5. Nanomaterials – Als Wundermittel angepriesen werden diese Stoffe jetzt sehr genau geprüft.
  6. Tierversuche – Tierversuche von Konkurrenzfirmen zum gleichen Molekül sind strengstens verboten. Die Firma, die die Versuche geleitet hat, muss die Daten zur Verfügugng stellen. Ich will hier noch festhalten, dass Bodyshop damit Werbung gemacht hat, dass keine Tierversuche bei der Entwicklung von deren Kosmetika involviert sind. Fakt ist, dass Bodyshop seit 2006 zum Konzern L’Oréal gehört und mit der Werbung «keine Tierversuche» Werbung macht. Tierversuche für die Entwicklung von Kosmetika sind in der EU schon lange verboten.
  7. Canditates for substitute – Kanada hat dieses System schon lange eingeführt. Antragssteller müssen nachweisen, dass es keine andere Lösungen oder weniger schädliche Produkte gibt, die das Molekül ersetzen können. Die Liste der potential substitues ist momentan sehr lang.

Ich will hier noch einmal festhalten, dass die EU Richtlinien extrem streng sind und vielleicht sogar die Entwicklung neuer Lösungen behindern, aber sicher tragen sie signifikant zur Sicherheit von Pestiziden bei. Die Schweiz oder Liechtenstein sind für die Hersteller nicht von Relevanz  auf Grund der Anbauflächen.

Anwendungen gegen Pilzbefall auf Trauben («Fungizide») aus biologischem Anbau beinhalten v.a. Spritzungen mit bis zu 25 Anwendungen/Jahr mit Kupfer und Schwefel. Beides sind Schwermetalle, die sich im Boden anreichern und dort persistent sind, und das Wasser verschmutzen. Ich bin wirklich froh, dass jetzt auch diese sogenannten «organischen» Mittel genau untersucht werden. Ich will nicht wissen, wieviel davon schon auf dem Schlosshügel verspritzt wurde. Früher gab es auf den Terassen Magerwiesen mit Orchideen.

Spezifische Header Bilder

Wie im vorherigen Artikel beschrieben kann man Kategorien ins Menu aufnehmen, wo die Seiten dann mit voller Blog-Funktion erscheinen. Aber die Seiten/Kategorien/Beiträge sollen spezifische Bilder im Header zeigen, wie geht das?

Ich habe zuerst mit Modifikationen im header.php und functions.php file im Child-Theme experimentiert, allerdings mit wenig Erfolg. Dann habe ich doch auf ein Plugin zurück gegriffen, obwohl Plugins das System nicht gerade schneller machen: WP Display Header.

Multiple Blogs

WordPress ist ne coole Sache und einfach zu bedienen, kann aber auch ganz schön komplex werden, das ist ja eben das tolle daran. Anbei ein paar Tipps, ev nur um mein Wissen zu archivieren.

Also Seiten erstellen mit Blogfunktion, ich habe das grad für den Menu-Eintrag «WordPress» gemacht:
   1) Neuen Beitrag erstellen mit spezifischer Kategorie, in diesem Beispiel «WordPress».
   2) Ins dashboard gehen und diese Kategorie zum Menu hinzufügen.
   3) Kategorie erscheint im Menu wie eine Seite mit Blog-Funktion.
   4) Alle Beiträge, die unter entsprechender Kategorie veröffentlicht werden, erscheinen hier.

Simple as that. Es gibt seit WP 3.0 auch die Möglichkeit für multiple Blogs unter subdomains, oder auch für die Möglichkeit von Besuchern, eigene Blogs auf deiner Domain anzulegen. Ich werde das prüfen und darüber berichten.

Ich entwickle WP Seiten lokal (i.e. localhost) und verwende dazu XAMPP. Sehr empfehlenswert, so hat man einen Apache- und PHP-Server auf dem eigenen Rechner.

Viel Spass!

Wahlen/Abstimmung 03/2015

Balzers hat gewählt, nichts Neues im Süden. Ein bisschen Protest, der Rest bleibt beim Alten.

Auch wenn sich die Qualität von unserem Dorfbild nicht gerade positiv entwickelt, ist es hier doch immer noch viel schöner zu leben als in Vaduz. Dort hat das Stimmvolk wieder einmal bewiesen, wie provinziell das Nest ist. Ein paar Banker, ein paar Beamte, und viele Unentschlossene. Um ehrlich zu sein, ich besuche unsere ‹Hauptstadt› nur, wenn es sein muss. Darum meine Glückwünsche für das weiterhin so attraktive Dorfbild!

Ein Beitrag zur Idee, die Fürstenstrasse als Einkaufsmeile für Balzers zu gestalten, wird ganz sicher folgen. Die Fürstenstrasse hat sich sehr gut entwickelt, es sind wirklich schöne Bauten entstanden und lädt wie Vaduz zum shopping ein.

An dieser Stelle möchte ich noch einmal an den Ausgang der win-win Initative erinnern («Kleiner Vertrauensbeweis für die Regierung«). Nach den damaligen Resultaten scheint Balzers ein bisschen weniger versumpft zu sein als andere Gemeinden. Klar wer sich schützen kann schützt sich und macht weiter wie immer.

Oder an die grossartige Idee, dass FL in 2015 Gast beim Sechseläuten sein soll, als ob in Zürich nicht schon genug Halbschuhe (nicht abwertend: ich meine business Schuhe) aus dem Ländle rumlaufen. Nach Protest zu den Kosten hat man den Entscheid dann damit abgetan, dass die Teilnahme «unsensibel und unnötig» sei.

Man muss kein Mitglied einer Liechtensteiner Partei sein, um das zu verstehen.

Warum ist der Pföh in Balzers so stark?

Warum ist der Föhn in Balzers so stark? Vaduz, Sargans oder Chur sind nichts dagegen. Ich habe diese Frage an MeteoSchweiz gesendet und folgende Erklärung von Bruno Dürr erhalten. Herr Dürr arbeitete von 2004 bis 2008 bei MeteoSchweiz und leitet die Arbeitsgruppe Föhnforschung Rheintal/Bodensee (www.AGFoehn.org). Mit kleinen Änderungen darf ich die Erklärungen von Herr Dürr hier einfügen:

 

Vereinfacht gesagt haben wir es im Gebiet von Balzers mit einer doppelten Querschnittsverengung und damit mit einer massiven Beschleunigung der Föhnströmung zu tun. Je kleiner der Fliessquerschnitt ist, desto grösser muss die Fliessgeschwindigkeit sein, um die gleiche Menge Luft durch die erste und grösste Verengung zwischen dem Falknis und dem Gonzen hindurchzuzwängen. Sie können sich das so vorstellen, dass fast die gesamte Föhnluft, die über die verschiedenen Alpenpässe nach Graubünden und ins Churer Rheintal hinabfliesst, schlussendlich diesen Engpass bei Balzers passieren muss. 

Die zweite wichtige Verengung des Rheintals bei Balzers erfolgt in vertikaler Richtung durch den Fläscherberg, welcher die untersten 400-500m des Rheintals wie eine Mauer abriegelt. Dadurch wird der Fliessquerschnitt über der Gemeinde Balzers noch kleiner, und der Föhn stürzt wie ein Wasserfall auf der Nordseite des Fläscherbergs in Richtung Balzers hinunter. Bildlich kann man das sich vorstellen wie das Wasser, dass hinter einem Wehr hinunterschiesst. In einer Machbarkeitsstudie des NTB (http://www.sunergy.li/images/stories/gutachten/2012-06-11_Windsimulation_Schlussbericht_V3.pdf) wurde der Föhn mittels einer computergestützten Simulation im Raum Fläscherberg untersucht. Im Bild 17a auf Seite 17 finden Sie die Zone mit stark erhöhten Föhngeschwindigkeiten im Raum Balzers. Im Bild 21a sieht man die Strukturen an der Landesgrenze von Balzers Richtung Luzisteig noch besser. Mehr zu diesem Thema finden Sie in meinem Vortrag über den Balzner Pföa aus dem Jahr 2008 (http://www.sunergy.li/images/stories/vortrag/duerr_foehn-balzers_reduced.pdf).

Ich möchte mich an dieser Stelle bei Herr Dürr bedanken und werde die Föhnforschung im Rheintal mit grossem Interesse weiter verfolgen!

Pizza Margherita Energy Drink

Und wenn man dann müde wird in der Nacht vor der Mattscheibe: Energy Drink mit Pizza Geschmack! Wie geil ist das denn? Jedenfalls eine saubere Sache, es ist «organic» (i.e. «bio»), ich warte allerdings noch bis es die mit Meerestieren gibt. Hier ein Link bei mtbr.com.

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Hallo Balzers – Hello World

Endlich ist es soweit, der Blog für Balzers ist offen.

Die Installation auf dem Server hat mich einige Zeit gekostet, und ich will diese Seite weiter entwickeln. So bleibt momentan nicht viel Zeit fuer blogging, aber ich hoffe auf gute Teilnahme auf diesem Portal. Es sollte genug Themen geben um und in Balzers, ich bin ja sehr gespannt, was kommt.

Bis bald.